Mittelalterliches Sanremo

La concattedrale di San Siro a Sanremo - Foto APT RdF

Corso Matteotti ist zunächst die Einkaufsstraße von San Remo, hat daneben aber auch viele historische und kulturelle Abschnitte zu bieten. Auf der Höhe von via Roma ist Haus Valdese. Hier war einst eine Grundschule untergebracht, in der der Schriftsteller Italo Calvino die Schulbank drückte. Wieder auf dem corso Matteotti kommt man zu der Kreuzung mit via Corradi, einer Parallelstraße zu dem Corso, an der die antike Römertrasse Julia Augusta entlang läuft. Via Corradi ist eine der lebhaftesten Straßen der Stadt; hier findet man vor allem kulinarische Spezialitäten.

An der Kreuzung mit via Calvi sprudelt dem Besucher eine klassische torineser Fontäne (ein „toretto“) entgegen, die seit kurzer Zeit die Fontäne aus Stein ersetzt, die sich jetzt auf der piazza San Siro befindet. Diese Fontäne hat äußerlich Ähnlichkeit mit einem Sarkophag, ist in Wirklichkeit aber eine moderne Pferdetränke, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts hergestellt wurde, als in San Remo noch viele Kutschen fuhren.

Nach via Calvi erreicht man piazza San Siro, auf der sich die gleichnamigeKathedrale befindet. Die wurde im 12. Jahrhundert im romanisch – gotischen Stil erbaut und besteht aus hellem Kalkstein. An der gleichen Stelle befand sich vorher eine frühchristliche Kirche, die von der Kathedrale ersetzt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kathedrale mehrmals umgebaut – im Original erhalten blieb ein Basrelief von 1200, das sich am linken Portal befindet und ein Osterlamm zwischen zwei Palmen darstellt.

Gegenüber von San Siro findet man das oratorio dell’Immacolata Concezione (Oratorium der unbefleckten Empfängnis), welches in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von der Familie Palmari realisiert wurde und ein außergewöhnliches Beispiel barocker Baukunst repräsentiert. Die rechteckige Aula ist prunkvoll mit Stuck, Marmor, Fresken aus dem 16. Jahrhundert und Statuen ausgestaltet.
Das Oratorium wird von den Figlie della Chiesa (Töchter der Kirche) geleitet, einer Gruppe Nonnen. Eine kleine überdachte Straße führt von der piazza San Siro zu der piazza Eroi Sanremesi herab. Auf der Bergseite des Platzes findet man das Resettu (Zuflucht), ein mittelalterliches Pfarrhaus. Außerdem findet auf dem Platz ein ständiger Blumenmarkt statt. Am Ende des Platzes steht der Torre della Ciapela, ein Turm mit ein Meter dicken Steinwänden aus dem 16. Jahrhundert, der als Teil der Stadtmauer San Remo vor Piratenübergriffen schützen sollte.

Von piazza Eroi kommt man auf die via Palazzo, die zu der piazza Notaführt. Hier war einst die Residenz des Kommissars aus Genua, heute hingegen befindet sich hier die Stadtverwaltung. Über dem Eingang des Gebäudes thront das Wappen von San Remo. Am Ende des Platzes ist eine Italo Calvino gewidmete Gedenktafel.

Geht man weiter kommt man zu der piazza Cassini, wo man die chiesa di Santo Stefano besichtigen kann, eines der wichtigsten religiösen Gebäude der Stadt. Im Mittelalter von Benediktinermönchen gegründet, ging sie im 17. Jahrhundert in den Besitz der Jesuiten über, die eine aufwendige Renovierung im barocken Stil durchführten. Das Innere der Kirche ist überwiegend mit Fresken und Gold geschmückt. Und damit geht der Spaziergang durch San Remos Mittelalter zu Ende.


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